Die St. Michaelis-Kapelle ist das Herzstück des Karmel Lembeck.
Ihre Geschichte geht zurück auf die Baronin Westerholt, die nach dem Tod ihres Mannes, des Freiherrn Dietrich Adolf Conrad von Westerholt Hackfurt zu Lembeck, hier in der Dorfschaft Endeln ein
kleines herrschaftliches Haus als Witwensitz und soziale Stiftung errichtete. Johann Conrad Schlaun erbaute die Kapelle, die durch den Münsteraner Weihbischof Ferdinand Oesterhoff am 29.
September 17Z7 eingeweiht wurde. Im Jahre 1803, als gewaltige politische Umwälzungen das Land verunsicherten, schien die fromme Stiftung verloren zu sein. Der Gottesdienst in der Kapelle mußte
eingestellt werden. Erst unter Graf Ferdinand Anton von Merveldt und Gräfin Sophie geb. Freiin von Ketteler wurden die ursprünglichen Pläne wieder aufgegriffen, 1830 die Instandsetzung der
Kapelle vorgenommen und gleichzeitig eine Begräbnisstätte für die gräfliche Familie in der Krypta angelegt. Das neue Haupthaus und die Vikarie wurden 1833/34 fertiggestellt. Auch die caritativen
Pläne der Stifterin verwirklichten sich wieder, das Haus diente als Krankenhaus verbunden mit einem Waisenhaus. Die Krankenpflege übernahmen Klemensschwestern aus Münster. 1969 wurde das
Krankenhaus in ein Altenpflegeheim umgewandelt, das Kinderheim wurde 1977 aufgegeben. Aus ökonomischen Überlegungen gab Graf von
Merveldt am 13. Oktober 1995 die Schließung des Stiftes bekannt.
Nach drei Jahren Vakanz zogen wir 11 Karmelitinnen aus Bonn-Pützchen in das renovierte Michaelisstift ein. Mit der feierlichen Einweihung des Karmel St. Michael am 29. September 1998 hat ein neuer Abschnitt in der Geschichte des Michaelisstiftes begonnen. Die Tradition des geistlichen Lebens an dieser Stelle wird fortgeführt, doch nicht mehr in Verbindung mit einem äußeren Apostolat, sondern mit dem Apostolat des Gebetes nach dem Charisma der hl. Teresa von Jesus.